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An Infinite Gaze

(Selection from catalog for BLICK OHNE ENDE NIEDERLÄNDER IN BERLIN)

To order this catalog please send email to: info [ at ] niederlaender-in-berlin.de

Color & Black and White/ 71 pages/ Druck team Berlin. 2010

12 Euros at various locations

Below Selected texts in ( English / Deutsch/ Nederlands) the catalog also contains texts on the other artists in the exhibition and full color spreads.

(EN)

An Infinite Gaze- Jurriaan Benschop

The Netherlands has a worldwide reputation as a nation of painters. It is an image that mostly harks back to the past, to the painters of the Dutch Golden Age and to modern pioneers such as Mondrian and Van Gogh. As far as recent art is concerned, this reputation is much less clear. Dutch art nonetheless continues to draw a special strength from the painterly gaze. For the Blick ohne Ende exhibition, a selection has been made from the work of six Berlin artists of a Dutch background who share an interest in painting. Their work is introduced below.

What inspires Nature?  Michael Markwick

When the Dutch/American painter Michael Markwick zooms in on a tree, a branch, a protuberance or roots, he does so seemingly with a greedy eye for the form and the outer texture. He grasps nature in all its materiality, with the rough bark and the decay that go along with it, and with the light that falls on it bestowing tone and shadow. At the same time, the artist seems bent on identifying an underlying principle, something that propels nature, that makes it swish, burst open and bend over. It is not just a matter of bowing before the wind but a more fundamental, less tangible force. That force emerges as mobility, as growth and violence, as collision and splitting; as light and colour. Michael Markwick’s work is both representative, in the tradition of landscape painting, and a form of action painting that celebrates gesture, mood and concentration, and transposes them into paint. There are telltale traces, slips of the brush and residual shapes, all in a delicate balance between controlled form and form that arises by chance or as a side effect. The appearance of animated skeletons in several works is just one indication that Markwick sees painting as a bridge to the dark side of nature. Painting is for him much like a performance; not a performance that takes place in public but in the privacy of the studio. What the spectator sees are the final layers of paint that adhere to the canvas. The question of whether the artist stopped at the right moment is essential to this manner of working. Hints of earlier stages show through the paint.

(DE)

Ein Blick, der kein Ende nimmt

»Lieber Heimweh als Holland«, dichtete einst Leo Vroman, und das gilt in gewissem Sinne auch für die sechs Berliner Niederländer in der Ausstellung Blick ohne Ende. Sie haben sich für den Abstand zu ihrem Vaterland entschieden, und in diesem Abstand sehen sie eine Qualität. Die Niederlande sind für sie in die Phantasie verzogen, das Land erscheint in Form von Erinnerungen oder Reflexion über eine Mentalität und in einer Tradition des Malens und Schauens. Die kühle, klare Abstraktion oder die nüchterne, faktische Form der Erinnerung oder Reflexion, in der geistiger Inhalt präsentiert wird, das sind einige Motive, in denen diese Künstler die künstlerische Tradition der Niederlande aufnehmen.

Gleichzeitig profitieren die Künstler in Berlin von einer neuen Umgebung, in ihr eröffnen sich auch inhaltlich neue Perspektiven. Der internationale Kontext, die vielen Künstlerkollegen und Fachleute, der andere Maßstab der Kunst und Architektur, der andere Ton der Debatte, die historische Mehrschichtigkeit der Stadt, dies alles sind Faktoren, die den Blick beeinflussen und die Bedeutung von Herkunft neu definieren. Die Künstler haben sich für Berlin entschieden, für eine Stadt, die Künstler dazu einlädt, sich neu zu erfinden – als Niederländer, als Berliner und vor allem: als Weltkünstler.

Bei den sechs Künstlern in Blick ohne Ende fällt auf, dass ihr Werk sehr visuell ist. Im Bereich bildende Kunst erscheint das als Pleonasmus, doch in der aktuellen Ausstellungslandschaft ist es alles andere als selbstverständlich. Ein starkes Bild ist für die Künstler die Hauptsache, und daneben spielen auch andere, weniger sichtbare Motive eine Rolle. In dieser Hinsicht knüpfen die sechs Künstler noch beim siebzehnten Jahrhundert an, als sich die Meister des Realismus am Licht und an der äußeren Gestalt der Dinge labten. Durch Schauen und wiederholtes Schauen kam man zu einer tieferen Einsicht. Oder zu einem Weltbild. Was weiter auffällt, ist die Breite des malerischen Spektrums, das sich in der Ausstellung entfaltet, die Verschiedenartigkeit von Farbe und Sichtweisen. Die Niederlande sind noch immer ein Land der Maler. Auch in unserer Zeit.

Was steuert die Natur? Michael Markwick

Wenn der amerikanische Niederländer Michael Markwick in seinen Gemälden einen Baum heranzoomt, einen Knorren, Ast oder Wurzeln, scheint er das mit einem gierigen Blick für deren Form und äußere Gestalt zu tun. Er erfasst die Natur in ihrer ganzen Materialität, mit der dazugehörenden Rinde und dem Mulm, und mit dem Licht, das darauf fällt und für Tönung und Schatten sorgt. Zugleich scheint den Maler das zugrunde liegende Prinzip zu interessieren, etwas, das die Natur steuert, sie zum Peitschen, Bersten und Beugen bringt. Und dabei geht es nicht nur um den Wind, sondern um eine umfassendere Kraft, die sich nicht direkt nachweisen lässt. Sie zeigt sich in der Beweglichkeit. Im Wachstum und in der Gewalt. Im Zusammenprall und der Spaltung. Im Licht und in der Farbe. Michael Markwicks Werk ist sowohl Repräsentation, in der malerischen Tradition, wie auch eine Form des action painting, bei der es darum geht, Gesten, Stimmung und Konzentration in Farbe umzusetzen. Bei ihm geht es um Spuren, Abweichungen, Restformen und um ein delikates Gleichgewicht zwischen gewollter und zufällig beziehungsweise beiläufig entstandener Form. Dass in einer Reihe von Werken bewegliche Skelette auftauchen, ist lediglich ein Indiz dafür, dass Markwick beim Malen auch eine Brücke zur Nachtseite der Natur findet. Malen hat bei ihm viel von einer Performance, auch wenn sie nicht öffentlich aufgeführt wird, sondern in der Abgeschlossenheit seines Ateliers stattfindet. Was der Betrachter zu sehen bekommt, sind die letzten auf der Leinwand verbliebenen Farbschichten. Bei dieser Art des Arbeitens ist die Frage essentiell, ob der Maler den richtigen Zeitpunkt für den Abschluss seiner Arbeit gefunden hat. Frühere Stadien schimmern noch in der Farbe durch.

(NL)

EEN BLIK ZONDER EINDE

Nederland geniet wereldwijd bekendheid als land van schilders. Daarbij wordt doorgaans vooral aan het verleden gedacht; aan de schilders van de Gouden Eeuw of aan moderne pioniers als Mondriaan en Van Gogh. Als het om de recente kunst gaat is het beeld veel minder scherp. En dat terwijl er in de schilderkunstige blik nog altijd een bijzondere kracht ligt van de Nederlandse kunst. Voor de tentoonstelling Blick ohne Ende is een keuze gemaakt uit het werk van zes Berlijnse kunstenaars die een Nederlandse achtergrond en een interesse in schilderkunst met elkaar delen. Hun werk wordt hier voorgesteld.

Wat bezielt de natuur? Michael Markwick

Als de Amerikaanse Nederlander Michael Markwick in zijn schilderijen inzoomt op een boom, een knot, een tak of wortels, dan lijkt hij dat met een gulzig oog voor de vorm en buitenkant te doen. Hij pakt de natuur in al haar stoffelijkheid, met het schors en de molm die daarbij horen en het licht dat erop valt en voor toon en schaduw zorgt. Tegelijk lijkt de schilder geïnteresseerd in een onderliggend principe, iets dat de natuur aanstuurt, doet zwiepen, barsten en buigen. En dan gaat het niet alleen over de wind, maar om een meer omvattende kracht die niet direct aanwijsbaar is. Deze komt tevoorschijn in beweeglijkheid. In groei en geweld, botsing en splitsing. In licht en kleur. Michael Markwicks werk is zowel representatie, in de traditie van de landschapschilderkunst, als een vorm van action painting waarbij het gaat om gebaren, stemming en concentratie, die zijn omgezet in verf. Het gaat om sporen, uitschieters, restvormen en om een delicate balans tussen gestuurde vorm en toevallig of terloops ontstane vorm. Dat in een aantal werken beweeglijke skeletten opduiken, is slechts één indicatie dat Markwick in het schilderen ook een brug vindt naar de nachtzijde van de natuur. Schilderen heeft bij hem veel van een performance, zij het dat die niet openbaar wordt opgevoerd maar in de beslotenheid van het atelier plaatsvindt. Wat de kijker te zien krijgt zijn de laatste lagen verf die op het doek zijn achtergebleven. De vraag of de schilder op het juiste moment is opgehouden, is essentieel bij deze manier van werken. Eerdere stadia schijnen nog door in de verf.